Wendet man die Perspektive, ist natürlich überaus verständlich, dass Frauen, haben sie einmal viel Geld und Zeit in die Bildung investiert, nicht direkt einen Karriereknick erfahren möchten, weil sie durch eine Schwangerschaft und Elternzeit Arbeitszeit versäumen.
Doch wie kann dieses Dilemma gelöst werden? Was kann getan werden, damit Frauen die Möglichkeit erhalten beides zu vollbringen, ohne größere Nachteile daraus zu ziehen?
Einfach zu beantworten ist dies natürlich nicht in diesem Blog, sonst wären wir auch in der Politik ein ganzes Stückchen weiter. Aber vielleicht gäbe es Ideen von Müttern, aus anderen Ländern oder von mom - to - be's?
Bei mir lief auch nichts so, wie man sich das in der Mittelschicht so vorstellte. Nach einem Auslandsjahr mit 16 in Mexico, machte ich in Deutschland das Abitur, und begann danach eine Banklehre. Das passte überhaupt nicht zu mir, noch nie. Und das war mir auch immer bewusst. Aber ich wusste beim besten Willen nicht was ich studieren sollte. Bevor ich also einige Semester mal hier und mal dort verbrachte, entschied ich mich für eine "solide" Ausbildung. Während dieser konnte ich Geld verdienen und reifere Überlegungen starten, was ich denn studieren wollte. Und so begann ich nach der Abschlussprüfung mit einem Bachelor in Lateinamerikastudien. Nachdem ich die Arbeit geschrieben hatte und bestanden hatte, suchte ich natürlich vergebens nach einem Job, war mein Studiengang ja einer dieser sogenannten "brotlosen Kunst". Mit meinem Freund zog ich gen Süden, dort bewarb ich mich zum Master in Interkultureller Bildung-Migration- Mehrsprachigkeit. Ein Interdependenzstudiengang mit Bildungswissenschaften, Sozialwissenschaften, Literatur, Linguistik, Theologie und Philosophie, Geographie und Geschichte. An sich nicht schlecht. Nur, dass es hier wo wir wohnen auch nicht gerade an Arbeitsplätzen wimmelt. Für Techniker und Ingenieure ist das kein Problem.
Abstecher. Wir haben geheiratet. Zwei mal in zwei verschiedenen Ländern; einmal standesamtlich und einmal kirchlich. Mir steht dieses Semester meine Masterarbeit bevor. Jetzt bin ich schwanger.
Die letzen Worte klingen noch so unwirklich. Ich kann es mir einfach noch gar nicht vorstellen.
Was wird aus uns danach, nach der Geburt? Nach der Masterarbeit?
Ich werde wohl positiv denken müssen und mir sagen, dass man auch mit Kindern noch einen Job bekommt. Einfach ist es bestimmt nicht als Frau.
Viele werde bestimmt sagen, aber warum hast du nicht erst einmal gearbeitet? Nun, weil ich dadurch auch nicht mehr jünger werde und ich eben nicht eine so "alte" Mutter sein möchte, bzw. weiss ich ja gar nicht ob ich überhaupt noch eine sein kann.
Viele, Männer und Frauen gleichsam, behaupten, dass ausschließlich alle Frauen heute die Möglichkeit haben noch bis in die 40er Jahre schwanger zu werden und gesunde Kinder bekommen können. Das ist absoluter Schwachsinn. Das habe ich jedoch gestern erst wieder in einem Kommentar in ZeitOnline gelesen. Es gibt auch genügend Frauen die mit 30 keine Kinder mehr bekommen können, oder sogar schon früher.
Mein Ziel ist es, diese Kinder zu erziehen, größer werden zu lassen und dann wieder zu arbeiten. Das wird sicher nicht leicht, aber ich hoffe auch nicht unmöglich.
bildquelle: http://0.tqn.com/d/animatedtv/1/0/E/A/1/FamilyGuy_GroupHug_R3F.jpg

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